Lotto tippen im Internet
Lotto
Eine Lotterie setzt, im Gegensatz zum Glücksspiel, das Vorliegen eines Spielplans voraus. Dieser wird vom Veranstalter
einseitig vorgegeben - die Beteiligten haben sich danach zu
richten. Dieser Spielplan regelt u.a. die (feste)
Einsatzhöhe und die Gewinnquote. Im Gegensatz zum Glücksspiel (Sportwetten) wird nicht für
jeden Spieler ein individueller Einsatzbetrag angeboten und auch
die Gewinnquote (z.B. 5:1 bei Sieg
der Heimmannschaft) ist nicht vor Spielbeginn
bekannt.
In der Regel wird
Lotto als Jackpot-Prinzip, im Gegensatz zum Totalisatorprinzip (fester Gewinnbetrag) angeboten. Beim Jackpot-Prinzip
wird bei einem Nicht-Gewinn
der höchsten Gewinnklasse der Betrag nicht an
die anderen Gewinner der gleichen
Spielrunde ausgezahlt, sondern in den Jackpot für die nächste
Ziehung übernommen.
Somit
kann sich ein beachtlicher Jackpot ansammeln, welcher als Marketinginstrument
für die nächsten
Spielrunden genutzt werden kann. Die
Liechtensteiner-Lotterie
(ILLF) bietet einen festen Gewinnbetrag von 15 Mio. Euro für „6 Richtige“ an.
Der weltweite Glücksspielmarkt hatte im Jahr
2004 ein Volumen von ca.
US$ 237 Milliarden und umfasste im Wesentlichen
die Bereiche Lotterien (31 %), Casinos (24 %), Spielautomaten
(18 %), Pferderennen (10 %) und
Sportwetten (4 %) (jeweils Angaben für 2004 auf Basis des Volumens der Spieleinsätze
abzüglich der Spielgewinne; Quelle: Global Betting and Gaming
Consultants The Global Betting
and Gaming Report 2004/2005, ,,GBGC‘‘, in: DrKW
Equity Research The
Business of Gambling 2005).
Für das Jahr 2008 wird bei einem
Anstieg des Gesamtmarktvolumens
auf US$ 277 Milliarden lediglich eine geringfügige Veränderung der Anteile prognostiziert,
wobei der Bereich Lotterien auf 29 % sinken soll (Quelle: GBGC). Der weltweite Lotteriemarkt
weist seit 1998 eine stabile jährliche
Wachstumsrate von durchschnittlich 3,3 % auf; für den Zeitraum 1998 bis 2008 wird eine durchschnittliche
jährliche Wachstumsrate von 2,7 % prognostiziert (Quelle: GBGC). Daraus ergibt sich, dass
das Wachstum des weltweiten
Glücksspielmarkts, vermutlich
weitgehend ohne Verdrängungseffekte zu Lasten des
Lotteriemarkts erfolgt.
Von dem weltweiten Lotteriemarkt besaß Europa im Jahr 2004 mit rund
50 % und einem Volumen von rund 0 68,9 Milliarden den größten Anteil. Die bedeutendsten
europäischen Märkte sind Italien, Spanien
und Deutschland, die gemeinsam rund
52 % des europäischen Markts
ausmachen (Quelle: La Fleur’s).
Der Anteil des Online-Markts am weltweiten Lotteriemarkt
betrug im Jahr 2004 nur rund
1 %; bis zum Jahr 2008 wird
ein Anstieg auf rund 2,5 % prognostiziert (Quelle: GBGC).
Das Wachstum des weltweiten
Online-Lotteriemarkts von
2004 bis 2008 wird mit jährlich rund 27 % und damit im
Vergleich den übrigen
Online-Glücksspielen (Sonstige
Online-Glücksspiele: 12 %, Online-Wetten:
9 %, Durchschnitt Online-Glücksspiele
18 %) — mit Ausnahme des
Online-Poker (43 %) — mit deutlich überproportionalem Wachstum prognostiziert (Quelle: GBGC). Tipp24 geht in seinem Börsenprospekt davon aus, dass
auf Grund des Wachstums des Online-Poker-Geschäfts das Wachstum des
Online-Lotteriemarkts beeinträchtigt
wird.
In Studien wurde nachgewiesen,
dass bei hohen Jackpots eine überproportionaler Anstieg der Teilnehmer
und der Einsatzsumme.
Dieser Anstieg beginnt bei einem
Jackpot von mehr als 10 Mio. Euro. Die vermeintliche Aussicht auf den alleinigen Gewinn des Jackpots führt zu dieser Entwicklung,
obwohl die Wahrscheinlichkeit des Einzelnen,
diesen Jackpot alleine zu gewinnen, sinkt.
Am
18.06.1997 gab es in Deutschland
205 Gewinner für einen Jackpot - der Auszahlungsbetrag lag bei €15.700,-
In Deutschland unterliegt das Anbieten von Lotterien
den jeweiligen Bundesländern,
welche sich aber zu einem
Lotto-Block zusammengeschlossen haben. In diesem
Blockvertrag wird das gemeinsame Anbieten eines Spielplanes geregelt. Der einzelne
Spieler gibt seinen Tipp aber
bei dem jeweiligen Land ab bzw. muss sich auf der Webseite
für die Lottogesellschaft
seines Bundeslandes entschließen. Durch den Zusammenschluss innerhalb des Blockvertrages sind schneller höhere Jackpots möglich, die wiederum zu
neuen Spielanreizen und somit steigenden
Jackpots führt.
Dies lässt vermuten, dass Lotterien in kleineren Ländern benachteiligt sind. Dies ist allerdings
nicht der Fall, denn die
wirklichen Entscheidungsparameter
für die Teilnahme
an einer Lotterie sollte für den Spieler nicht die Höhe
des Jackpots sein, sondern die Auszahlungsquote
und der Gewinneranteil.
Das Anbieten von Lotterien
ist fest in staatlicher Hand. Die Lotterien haben sich zu einer
europäischen Vereinigung der Lotto-Anbieter
(Intertoto, European Lotteries,
WLA - World Lotterie Association,
ESLA – European State Lottery and
Toto Association) zusammengeschlossen.
Innerhalb dieser Vereinigung gibt es die Vereinbarung, dass man Spielern
aus anderen Ländern die Teilnahme
an der Lotterie
eines anderen Landes verwehrt. Zwar gibt es Jackpot-Touristen, die bei hohen Jackpots
auch gerne zu grenznahen Lottoannahmestellen
fahren, jedoch wird diese Form des Tourismus im Internet (teilweise) erfolgreich verhindert. Auch wenn andere europäische
Staats-Lotterien zweifelsfrei als seriöse Anbieter
angesehen werden können, wollen die Monopolanbieter des jeweiligen Landes keine Konkurrenz aus dem Ausland zulassen. Dementsprechend verhindert man das Mitspielen von ausländischen Mitspielern. Dies erfolgt entweder in der Form, dass
z.B. in der Schweiz zwingend die Adresse angegeben
werden muss, bei der man
gemeldet ist (und dies wird
online geprüft). Zusätzlich
„droht“ man
ausländischen Spielern mit dem Einbehalt der Lotteriesteuer in Höhe von pauschal
35%, die der Schweizer Spieler im Rahmen seiner
Steuererklärung entsprechend
verrechnet bekommt, was einem ausländischem
Spieler leider nicht möglich ist.
Spieler,
die in UK spielen wollen, müssen zwingend ein englisches
Bezahlverfahren (Debitkarte
Switch oder Solo) vorweisen
können, um damit den Spieleinsatz bezahlen.
Bei deutschen Lotterieanbietern ist das Adressfeld mit Deutschland fest und unveränderbar
vorausgefüllt.
Zusätzlich wird bei allen europäischen Anbietern in den AGBs das Mitspielen von Ausländern untersagt, durch steuerliche Regularien für Ausländer uninteressant gemacht bzw. der Eindruck erweckt, dass bei
einem Gewinn der Ausländer keinen
Anspruch auf diesen Gewinn habe.
Selbst
bei privaten Annahmestellen im Internet wie z.B. tipp24.de oder jaxx.de in Deutschland ist das Tippen für Ausländer
nicht möglich. Auch bei privaten
Tippgemeinschaften á la Faber und
Quick Tipp kann man als
Ausländer keinen Anteilsschein an einer Tippgemeinschaft erwerben.
Einzig
der Lotterieanbieter aus Lichtenstein widersetzt sich diesen Restriktionen. Nur den Spielern aus der Schweiz
ist der Zugang
auf die Seiten
verwehrt. Ansonsten kann jedermann über die Lotterieseite
von Lichtenstein lotto.li an der wöchentlichen
Lottoziehung mit einem festen Jackpot
von €15. Mio. sowie
an den weiteren Lotterieprodukten wie tägliche Ziehung, stündliche oder minütliche Ziehung teilnehmen.
Neben
den europäischen Lotterien gibt es noch die
zahlreichen amerikanischen
State Lotterien mit Jackpots in Millionenhöhe. Allerdings gibt es auch hier keine
Möglichkeit, via Internet an den Lotterien teilzunehmen. Die einzige Möglichkeit besteht beim nächsten
USA Besuch oder über entsprechende Lottovermittler, die via Internet die gewünschten Zahlen annehmen und „händisch“ vor Ort
abgeben.